Wir bearbeiten folgenden stereotypen Fall häufiger: die Eltern haben zwei Kinder, mit einem Kind vertragen sie sich gut, das andere Kind soll von der Erbfolge ausgeschlossen bleiben. Also wird das „nette“ Kind im zweiten Erbfall Alleinerbe. Im ersten Erbfall beerben sich die Eltern gegenseitig, um abgesichert zu sein. Das „nette“ Kind fordert meistens keinen Pflichtteilsanspruch. […]
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Ausländische Staatsangehörige mit Wohnsitz in Deutschland haben die Möglichkeit, rechtsgestaltend zu prüfen, welches Erbrecht für Sie gelten soll. Gemäß den Vorgaben der EU-Erbrechtsverordnung gilt grundsätzlich das deutsche Erbrecht, aber der Betroffene hat die Möglichkeit, per testamentarischer Rechtswahl das Erbrecht seines Heimatlandes zu wählen. Dies wirkt sich auf alle erbrechtlichen Fragen aus, hat aber auch rechtsgestaltende […]
Ein notarieller Pflichtteilsverzichtvertrag entsteht häufig dann, wenn die Verzichtenden (häufig die Kinder) noch keine ausreichende Vorstellung über die Reichweite des Verzichts haben. Als Argumente für den Verzicht werden steuerliche Motive, die Streitvermeidung oder die Tatsache, dass dies für eine sinnvolle erbrechtliche Regelung notwendig ist, vorgeschoben. Im Fall der späteren „Vertragsreue“ gibt es manchmal Fälle, in […]
Ein Auslandsbezug im Erbfall führt immer zu Komplikationen, also bei einer ausländischen Staatsangehörigkeit des Erblassers, bei einem Wohnsitz im Ausland oder einer Nachlassimmobilie im Ausland. Weniger beachtet, aber trotzdem rechtlich schwierig, ist der Fall, dass der erbende Ehepartner den Erblasser im Ausland geheiratet hat. Diese ausländische Ehe muss im Erbfall dann dahingehend geprüft werden, welchem […]
In Erbfällen kommt es immer wieder vor, dass alle Beteiligten davon ausgehen, dass es nur eine aktuelle Testamentsregelung gibt. Manchmal kommt aber eine testamentarische Regelung zum Tragen, die Jahrzehnte alt und bereits innerfamiliär vergessen worden ist. Das kann insbesondere der Fall sein, wenn es sich nicht um ein eigenständiges Testament des Erblassers handelt, sondern der […]
Ist die Partei eines deutschen Rechtsstreit verstorben und lebte diese im Ausland, müssen folgende Gesichtspunkte geprüft werden: 1. Ist der Prozess auszusetzen bis die Erben in den Rechtsstreit eintreten? 2. Welches Erbstatut ist anwendbar? 3. Gibt es ein wirksames Testament? 4. Wer darf die Klage weiterführen und welche Nachweise sind zu fordern? 5. Gibt es […]
In der Praxis viel zu wenig beachtet ist der Fall, dass ein werthaltiger Gegenstand, primär eine Immobilie, von den Eltern an ein Kind geschenkt wird und das Kind vor den Eltern verstirbt. Typischerweise sind die Eltern dann schon hochbetagt, das Kind hat Jahrzehnte in der Immobilie gelebt und den Wert durch Investitionen gesteigert und lebte […]
Bitte beachten Sie folgende Hinweise bei Ihrer erbrechtlichen Regelung. 1. Ihr Testament muss auffindbar sein: Ein Testament, das in einem Buch versteckt ist und unabsichtlich bei der Haushaltsauflösung im Erbfall vernichtet wird, ist ein Supergau. Sie können diese Situation vermeiden, indem Sie das Testament bei Ihrem örtlich zuständigen Amtsgericht hinterlegen. Dies gewährleistet die Auffindbarkeit. Ich […]
Zwar steht die Testierfreiheit in einem grundgesetzlich geschützten Rahmen. Allerdings darf ein Erblasser nicht grenzenlos seine Wunschvorstellungen zu Papier bringen. Das OLG München hat in einer Entscheidung vom 23.09.2024 zum AZ. 33 Wx 325/23 das Problem der Sittenwidrigkeit diskutiert. Besonders gravierende und benachteiligende Testamentsregelungen, die gegen das Anschauungsgefühl aller billig und gerecht Denkenden verstoßen, sind […]
In einem Ehegattentestament sollte immer die Frage der Wechselbezüglichkeit, also der Bindungswirkung geregelt sein. Es geht um die Frage, ob der überlebende Ehegatte noch ein neues Testament abfassen kann bzw. er nach dem ersten Erbfall Schenkungen an andere als die Schlusserben vornehmen kann. Eine Regelung ist notwendig, da ansonsten im Erbfall das Problem entsteht, dass […]
