Ein Problem, das sehr viele Familien im Erbfall betrifft, ist die Situation, dass eines der Kinder den verstorbenen Elternteil zu Lebzeiten versorgt und gepflegt hat. Meistens ist es so, dass hierzu keine ausreichenden vertraglichen Absprachen getroffen werden. Der Aufwand ist dennoch meistens sehr erheblich. Die pflegenden Kinder setzen ihre Arbeitskraft mit großem Zeitaufwand ein. Im […]
Autor-Archive: RA Prof. Dr. Boeh
Ein erbrechtlicher Bereich, in dem die Rechte hinsichtlich von Auskunftsansprüchen schlecht geregelt sind, ist der Bereich der Auskunftsansprüche zwischen Miterben untereinander. Hier gehen die Miterben fälschlicherweise davon aus, dass es umfassende Auskunftsansprüche gibt. Dies aber zu Unrecht. Die Rechtsprechung sagt stereotyp seit vielen Jahren, dass es keinen allgemeinen Auskunftsanspruch zwischen Miterben gibt. Das folgert die […]
Insbesondere Eltern rechnen damit, dass Schenkungen, die sie an ihre Kinder geben, im Erbfall nicht zum Streit führen. Diese Überlegung beruht vor allem darauf, dass die Eltern davon ausgehen, die Kinder müssten solche Schenkungen im Erbfall wertmäßig ausgleichen. Tatsächlich gibt es mehrere Situationen, in denen solche Schenkungen berücksichtigungsfähig sind. Die eine Situation ist die, dass […]
Das Vererben einzelner Gegenständen mittels Testament oder Erbvertrag ist aus Sicht des Erblassers häufig eine interessengerechte Lösung. Das Ziel ist eine gerechte Verteilung des Nachlasses, um Streit zu vermeiden. Tatsächlich führt diese Gestaltungsvariante aber noch viel häufiger zu Streit, als wenn nur abstrakte Erbquoten angegeben werden. Dies hängt damit zusammen, dass das Vererben von Einzelgegenständen […]
Bei einer bestehenden Erbengemeinschaft ist eine Teilauseinandersetzung schwierig. Dies bedeutet insbesondere, dass der einzelne Miterbe nicht ohne Zustimmung der anderen Miterben auf das Bankkonto zugreifen kann. Er kann sich auch nicht seinen ihm zustehenden rechnerischen Anteil auszahlen lassen. Dies führt in der Praxis häufig zu Problemen, insbesondere dann, wenn die Erbschaftssteuer bezahlt werden muss, aber […]
Die Aussage: ,,Bei mehreren Erben entscheidet die Mehrheit“ ist in der Regel unzutreffend. In einer solchen Situation besteht eine Erbengemeinschaft. Eine solche Erbengemeinschaft unterliegt den gesetzlichen Vorschriften der §§ 2032 ff. BGB. Dort ist geregelt, dass innerhalb einer Erbengemeinschaft in fast allen Fällen das sogenannte Einstimmigkeitsprinzip gilt. Das bedeutet, dass eine Mehrheitsentscheidung nicht ausreichend ist, […]
Natürlich ist es sinnvoll, Streit im Erbfall zu vermeiden. Fast unabdingbar ist dafür, dass bereits lebzeitig eine sinnvolle Nachfolgeplanung erfolgt. Eine solche Nachfolgeplanung setzt in der Regel voraus, dass bereits zu Lebzeiten Vermögen übertragen wird, aber auch eine dann damit kombinierte sinnvolle testamentarische Gestaltung durchgeführt wird. Bei solchen lebzeitigen Vorgängen werden aber viele Fehler gemacht. […]
Die meisten Erbfälle führen zu einer gesetzlichen Erbengemeinschaft. Eine solche Erbengemeinschaft ist dadurch gekennzeichnet, dass es mehr als einen Erben gibt. Diese Situation kann freilich auch bei einem Testament oder einem Erbvertrag auftreten. Der häufigste Fall der Erbengemeinschaft ist das Zusammentreffen von mehreren Kindern, die gemeinsam einen Elternteil beerben. Gemeinhin denkt man, dass eine solche […]
In sehr vielen Erbfällen geschieht es, dass die Personen, die mit dem Erblasser zusammenleben, oder die zumindest Zugang zu seiner Wohnung oder zu seinem Haus haben, sich der Nachlassgegenstände bemächtigen. Angefangen von Schmuckstücken, Bargeld, wertvollen Gegenständen, wichtigen Urkunden, wie zum Beispiel auch einem Testament, bis hin zu anderen beweglichen Gegenständen, Familienandenken und Fotos. All diese […]
Eine Hauptsorge von Erben ist, gerade wenn der Nachlassbestand unklar ist, ob nicht eine Haftung mit dem Privatvermögen für Verbindlichkeiten des Erblassers entstehen kann. Denn grundsätzlich werden diese Erblasserverbindlichkeiten vom Erben übernommen. Allerdings ist die Grundaussage, dass in jedem Fall das Privatvermögen des Erben haftet, so nicht zutreffend. Es handelt sich um einen weitverbreiteten Irrtum. […]
